News DucatiBerlin Cult Racing und BeFaster auf der Isle of Man
Memory im Geschwindigkeitsrausch: „Wichtig ist, überhaupt anzukommen.“
50 Jahre, nachdem der italienische Motorradhersteller zum ersten Mal überhaupt an der TT teilgenommen hatte und 30 Jahre, nachdem die britische Zweirad-Ikone Mike „The Bike“ Hailwood nach einem Ausflug in die Formel 1 wieder in den Motorradsport zurückkehrte und auf Anhieb die TT gewann engagierte sich erstmals das DucatiBerlin Cult Racing Team am wohl härtesten Motorradrennen der Welt. Der Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man. Die Berliner stellten in Kooperation mit Be Faster (Lehrte) ein speziell für die IOM aufbereitetes 1098 Superbike. Gesteuert wurde der edle Renner von dem Wathlinger Motorradpiloten Karsten Schmidt: Während über den Erfolg auf der Rundstrecke allein Platzierungen entscheiden, gilt auf der Insel in der Irischen See die bloße Teilnahme als Heldenstück.
Da die einzige weitere Ducati im Feld bereits im Training auf der welligen Inselpiste völlig zerstört wurde, blieb dem deutschen Team für die TT 2008 die Rolle des italienischen Alleinunterhalters: „Die Zuschauer flippen beinahe aus, wenn sie dich auf der Strecke erleben“, schildert Schmidt die Euphorie, die der unverkennbare, dumpfe Zweizylinder-Klang der einzigen Ducati im Feld unter den Motorradfans auslöste.
Die sportlichen Gesichtspunkte einer TT-Teilnahme fallen freilich weniger glamourös aus. „Alles, was zählt, ist Durchkommen“, sagt Schmidt angesichts einer 60 Kilometer langen Strecke, die sich in ihrem hügeligen und kurvigen Verlauf durch die Inselortschaften wohl nur ein Mentaltrainer einprägen könnte. – Eine Strecke, die von den Piloten mit durchschnittlich 200 Stundenkilometern unter die Räder genommen wird und auf der Spitzengeschwindigkeiten von 325 gemessen werden. Neben der puren Fahrkunst entscheidet hier die Fähigkeit „alles andere – auch die Angst – ausblenden zu können“, erklärt Schmidt.
Einem Memory-Spiel gleich, suchen sich die Fahrer Erinnerungsschnipsel während die Insellandschaft binnen knapp 20 Minuten pro Runde an ihnen vorbeirast: Hier ein Straßenschild als Bremspunkt, da eine markante Häuserfront als Hinweis auf die nächste Kurve. Doch wehe, die Zuschauermassen verdecken eine markante Gedächtnisstütze oder der Adrenalinausstoß ertränkt das eigene Risikobewusstsein.
Für das Ducati Berlin Cult/Be Faster Racing Team nahm das „Motocross bei 300 Stundenkilometern“ ein gutes Ende: Im Rennen der Superbike-Klasse belegte Sie den 37. von 60 Plätzen. Bei der Senior-TT, dem „Grande Finale“, steigerte sich Schmidt mit seiner optimal präparierten Ducati auf den 33. Rang. Gemessen am Jubel der Zuschauer und an der Nachfrage an Autogrammwünschen bestätigte sich schließlich, was Schmidt dem härtesten Motorradrennen der Welt attestiert: „Hier spielt es keine Rolle, ob du als 30., 35. oder 40. ins Ziel kommst – wichtig ist, dass du überhaupt ankommst.“ Noch unter dem Eindruck des spektakulären Rennens äußerte sich Marc Rittmeier (Betreute mit Ralf Müller die 1098): „Vergiss alles was Du bisher erlebt hast, das ist der pure Wahnsinn. Ich bin nur froh, dass Fahrer und Maschine noch heil vor mir stehen."
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